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Ratgeber

WIPO und internationale Markenrecherche: Klartext

„WIPO-Markenrecherche“ wird oft in einem Atemzug genannt, meint aber zwei ganz verschiedene Dinge — die WIPO als Verwalterin internationaler Markenregistrierungen einerseits und Markenrecherche andererseits. Dieser Ratgeber trennt beides sauber und erklärt, wo Profis für internationale Recherchen tatsächlich suchen.

Fachlich verantwortet von Sven Buser, M. Sc., Wickord Buser Patentanwälte PartG mbB 5 Min. Lesezeit

WIPO und internationale Markenrecherche: Klartext

Zwei Themen, die man häufig verwechselt

Der Begriff „WIPO-Markenrecherche“ mischt zwei Aspekte, die getrennt betrachtet werden sollten:

Erstens die internationale Markenregistrierung selbst. Die WIPO verwaltet über das Madrider System (Madrider Abkommen von 1891, Protokoll von 1989) den zentralen Weg zum internationalen Markenschutz. Neben diesem Weg gibt es weitere: nationale Anmeldungen in Zielländern, die EU-Marke und regionale Verbundmarken wie BENELUX. Welcher Weg richtig ist, hängt vom Zuschnitt der Zielmärkte ab.

Zweitens die Markenrecherche. Recherche prüft, ob Ihr Zeichen mit älteren Rechten kollidiert. Sie ist unabhängig davon, welchen Anmeldeweg Sie wählen, und läuft in Datenbanken, die zu diesem Zweck aufgebaut wurden. Die von der WIPO angebotene Global Brand Database ist eine solche Datenbank, aber nicht die für professionelle Recherche geeignete.

Warum die WIPO Global Brand Database keine Profi-Recherche ersetzt

Die Global Brand Database ist kostenlos zugänglich und bündelt Daten aus rund 55 Markenämtern. Für einen ersten Blick, etwa eine Identitätssuche in ausgewählten Ländern, ist sie brauchbar. Vor einer professionellen Rechercheentscheidung muss man aber ihre Grenzen kennen.

  • Länderabdeckung: Über Madrid lässt sich Schutz in rund 130 Ländern erlangen; die Global Brand Database bündelt aber Daten aus nur etwa 55 Markenämtern — die restlichen Länder sind nicht in der WIPO-Datenbank.
  • Ähnlichkeitsalgorithmen: In der Global Brand Database sind keine Ähnlichkeitsalgorithmen hinterlegt. Klanglich, schriftbildlich oder begrifflich ähnliche Zeichen findet die Suche nicht systematisch, sondern nur, wenn Sie sie selbst als Suchbegriff formulieren.
  • Bildähnlichkeit: Keine KI-gestützte Erkennung ähnlicher Bildmarken oder Logos.
  • Ergebnisqualität: Die Datenbank listet Treffer, nicht Konflikte. Ob ein Treffer für Ihr Vorhaben rechtlich relevant ist, sagt sie nicht.

Wo Profis für internationale Recherchen tatsächlich suchen

Für professionelle Ähnlichkeitsrecherchen abonnieren Kanzleien und darauf spezialisierte Rechercheanbieter eine kommerzielle Markendatenbank. Diese Datenbanken werden im Hintergrund von Profis gepflegt, täglich aktualisiert und decken einen weit größeren Länderraum als die WIPO-Datenbank ab.

Bei Markenprofi24 recherchieren wir in einer solchen kommerziellen Datenbank. Sie umfasst rund 240 Register aus über 180 Ländern, inklusive vieler nationaler Register (etwa aller US-Bundesstaaten, nationaler chinesischer Register und vieler weiterer), die in der WIPO-Datenbank fehlen. Sie bringt zudem Ähnlichkeits- und Bildähnlichkeitsalgorithmen mit, die für eine belastbare Kollisionsprüfung nötig sind.

  • Länderabdeckung: über 180 Länder, rund 240 Register in einer Datenbank
  • Ähnlichkeitsalgorithmen für klanglich, schriftbildlich und begrifflich ähnliche Zeichen
  • KI-gestützte Bildähnlichkeitssuche
  • Tägliche Aktualisierung, professionell gepflegt

Wie eine internationale Markenrecherche bei Markenprofi24 abläuft

Sie geben uns Ihre Marke, Ihre Zielmärkte und eine umgangssprachliche Beschreibung der für Sie relevanten Waren und Dienstleistungen. Wir ermitteln die passenden Nizza-Klassen, führen die Recherche in der kommerziellen Datenbank durch und bewerten die Treffer juristisch.

Sie erhalten einen detaillierten schriftlichen Bericht. Davon getrennt liefern wir unsere juristische Einschätzung mit konkreten Handlungsempfehlungen. Auf Wunsch begleiten wir Sie anschließend direkt bei der internationalen Anmeldung, sei es über Madrid oder über nationale Wege.

Häufige Fragen

Kann ich die WIPO Global Brand Database selbst nutzen?

Ja, sie ist kostenlos zugänglich und für eine erste eigene Identitätssuche geeignet. Für eine belastbare Ähnlichkeitsrecherche reicht sie nicht: Ähnlichkeitsalgorithmen sind dort nicht hinterlegt, und rund 130 Länder aus dem Madrider System sind darin nicht abgedeckt.

Warum nutzt eine professionelle Recherche nicht die WIPO-Datenbank?

Weil sie den Anforderungen an eine professionelle Ähnlichkeitsrecherche nicht genügt: Sie deckt nur einen Teil der relevanten Länder ab und bringt keine Ähnlichkeitsalgorithmen mit. Profis abonnieren stattdessen eine kommerzielle Markendatenbank, die deutlich mehr Länder bündelt und Ähnlichkeits- sowie Bildähnlichkeitsalgorithmen enthält.

Ist die WIPO die einzige Instanz für internationale Marken?

Nein. Die WIPO verwaltet über das Madrider System einen zentralen Weg zum internationalen Schutz. Daneben gibt es nationale Anmeldungen in einzelnen Ländern (etwa in China oder in den USA), die EU-Marke und regionale Verbundmarken wie BENELUX. In unserer Kanzlei betreuen wir beispielsweise mehr nationale chinesische und nationale US-Marken als internationale Registrierungen über Madrid.

Wie lange dauert eine professionelle internationale Markenrecherche?

Unser Anspruch an eine professionelle Recherche liegt bei etwa 24 bis 48 Stunden auf Wunsch. Umfassende Recherchen mit rechtlicher Bewertung und strategischer Beratung nehmen mehr Zeit in Anspruch, wenn viele Zielmärkte einbezogen werden.

Was kostet eine internationale Markenrecherche?

Die Kosten hängen vom Umfang ab: Anzahl der Zielmärkte, Art der Marke (Wort- oder Bildmarke), Umfang der Waren- und Dienstleistungsklassen. Für Ihr konkretes Vorhaben erstellen wir Ihnen ein individuelles Angebot.

In wie vielen Ländern kann ich meine Marke über das Madrider System schützen?

Über das von der WIPO verwaltete Madrider System lässt sich eine Marke mit einer einzigen Anmeldung in bis zu über 130 Mitgliedsländern anmelden. Nach dem À-la-carte-Prinzip wählen Sie die gewünschten Länder frei aus. Details zum Anmeldeweg finden Sie in unserem Ratgeber zur internationalen Markenregistrierung.

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